Wie funktioniert der Alltag ohne Auto? In diesem Beitrag mehr erfahren.

Leben ohne Auto in der fränkischen Kleinstadt

Zur Arbeit, zum Einkaufen, für Ausflüge und für Urlaube – wie bequem ist es doch, sich einfach ins Auto zu setzen, um ans gewünschte Ziel zu gelangen. Wetter? Egal! In Eile? Geht doch schnell! Kosten? Ups, da war doch was.

Ganz klar: Die aktuell hohen Spritpreise machen den Autofahrer*innen in Deutschland zu schaffen. Erste Impulse und Denkanstöße hierzu gab es bereits in diesem Blogbeitrag. Hier stand auch die Frage im Raum, inwieweit es möglich ist, für bestimmte Fahrten auf das Auto zu verzichten.

Wie aber ist es eigentlich, wenn man überhaupt kein Auto hat, und das als vier- oder gar sechsköpfige Familie in der fränkischen Kleinstadt? Kleiner Spoiler vorneweg: Es gehört schon einiges an Planung und Ausrüstung dazu, ein komplett autofreies Leben im ländlichen Raum zu führen. Aber: Es ist durchaus möglich, und bringt sogar gewisse Vorteile mit sich, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Eine sechsköpfige Familie mit der Garage voller Fahrrädern

Das ist Maria Neufeld. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern seit 15 Monaten in Lichtenfels und war nie auf ein Auto angewiesen.

Wie aber gelingt es der sechsköpfigen Familie, den Alltag in Sachen Pendeln, Einkaufen, Kindergartenfahrten, Freizeitvergnügen und Urlaub so ganz ohne Auto zu meistern?

In diesem sehr hörenswerten Interview mit Maria Neufeld erfahrt ihr es:

Es geht auch ohne Auto

Statt mit dem Auto sind Steffen und Diana Biskupski aus Lichtenfels mit Lastenrad und Mountainbike unterwegs

Diana und Steffen Biskupski haben seit Herbst 2020 kein Auto mehr. Seitdem sind sie mit ihrem neuen Lastenrad, per Zug, per Roller oder zu Fuß unterwegs. Ich habe sie gefragt, wie sie in den verschiedenen Lebensbereichen ohne Auto zurechtkommen und habe die wichtigsten Facts und Infos hier für euch zusammengefasst:

Arbeit & Pendeln

Für den Weg zur Arbeit von Lichtenfels nach Redwitz nimmt Diana den Zug oder immer Sommer auch das Fahrrad. Steffen ist in seinem Job als Schulpsychologe an der Herzog Otto Schule in Lichtenfels tätig, hat aber regelmäßig auch Termine und Workshops außerhalb des Landkreises. Hier kombiniert er meistens das Bahnfahren mit dem Rad oder Roller.

Einkaufen

Einkäufe sind für die Biskupskis dank Lastenrad kein Problem. Doch in der Regel schnappt sich Diana ihren Trolli mit wasserfester LKW-Plane und geht zu Fuß zum Einkaufen. Dafür nimmt sie sich bewusst die Zeit und empfindet es sogar als große Bereicherung, wo sie den Kopf freibekommt und entschleunigen kann. Wenn doch einmal mehrere Getränkekisten zu transportieren sind, wird das Auto des Schwiegerpapas ausgeliehen.

Freizeit

Genau wie ihre Eltern sind auch die beiden Töchter der Biskupskis, Smilla (13) und Lucy (11), viel mit dem Fahrrad unterwegs. Das gilt für den Weg zur Schule, zum Sport und zu Freizeitaktivitäten ebenso wie für den Besuch bei Freundinnen, die außerhalb von Lichtenfels wohnen. Hier haben die Eltern die Töchter zunächst eine Zeit lang mit dem Rad begleitet und wieder abgeholt, vor allem dann, wenn es schon dunkel wurde. Mittlerweile ist die Älteste hier aber auch schon selbstständig unterwegs.

Wo es allerdings schwieriger und aus Sicht von Diana Biskupski auch gefährlich ist: In der Innenstadt von Lichtenfels. Wie sie berichtet, traue sich ihre jüngere Tochter nicht alleine mit dem Fahrrad zur Turnerschaft zu fahren, weil es sie sich sowohl bei der Unterführung in der Coburger Straße als auch beim Abbiegen auf den Schützenplatz als Fahrradfahrerin nicht sicher fühlt.

Urlaub

In den Urlaub oder für den Besuch von weit entfernten Freunden und Verwandten geht es für die Familie Biskupski mit der Bahn. Besonders wichtig dabei ist die frühzeitige Planung und Buchung, um den günstigen Sparpreis zu ergattern. Für den Sommer haben sie etwas ganz Besonderes geplant: Ein Wanderurlaub in Schottland. 250 Kilometer und nur das als Gepäck,, was jeder selbst auf dem Rücken tragen kann. Gereist wird natürlich mit dem Zug, und zwar durch den Eurotunnel.

FAZIT

Auch wenn es den Alltag erst einmal auf den Kopf stellt – ein Leben ohne Auto ist auch in der Kleinstadt möglich. Was dazu vor allem nötig ist, sind eine gute Planung und die richtige Ausrüstung. Dazu zählt vor allem im Herbst und Winter:

  • Wasserfestes Schuhwerk
  • Eine gute Regenjacke
  • Eine dünne Regenhose
  • Regenschutz für den Fahrradhelm
  • Fahrradhandschuhe
  • Eine wasserfeste Tasche

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Im Podcast der Obermain Stories ging es schon mehrmals um das Thema Mobilität:

>> Folge 2: Thema “Carsharing in Lichtenfels”
>> Folge 9 : Thema “Elektromobilität mit dem Elektrofrosch”

Du hast Fragen oder Anregungen zum autofreien Alltag?

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